Ob man Untersuchungen glauben schenken mag, Imker hätten eine höhere Lebenserwartung, sei jedem selbst überlassen. Auf Werner Hartmann aus dem ostwestfälischen Porta Westfalica trifft es aber wohl zu – er feierte kürzlich seinen neunzigsten Geburtstag.
Der gelernte Tischler bekam sein Hobby bereits in die Wiege gelegt. Damals, erinnert sich der rüstige Jubilar, radelte er mit Bienenkörben auf dem Gepäckträger zum Bienenstand seines Vaters, der ihn die Immenpflege von der Pike auf an lehrte und dessen Imkerei Werner später gerne übernahm. Ehrensache, dass Rähmchen und Zargen in der eigenen Werkstatt hergestellt wurden.
In seiner langen Imkerlaufbahn experimentierte Werner, der mittlerweile als Fernmeldetechniker bei der Post seine Brötchen verdiente, mit den verschiedensten Rassen. Unter anderem hatte er Krainer und Sklenarer Bienen oder auch die stechfreudige italienische, Dunkle Biene in seinen Beuten. Während des Kriegs war Honig ein wertvolles Tauschgut und half der Familie das eine oder andere Mal, über die Runden zu kommen. Erfahrungen sammelte Werner Hartmann auch mit unterschiedlichsten Beutentypen, bevor er seinen bis zu acht Völker starken Bienenstand auf einem Waldgrundstück auf DNM umrüstete. So blickt er gerne auf seine Zeit als Korbimker in der Lüneburger Heide oder die Arbeit an Hinterbehandlungsbeuten zurück. In einer Belegstelle am Schaumburger Wald nahe Bückeburg züchtete er auch noch Königinnen.
Seit unglaublichen 71 Jahren ist der weiterhin aktive Bienenfreund in Imkervereinen organisiert, hat sie mitunter selbst aufgebaut. So auch den Imkerverein Porta, den er 1950 aus der Taufe hob und bis heute treu geblieben ist. Sein bemerkenswertes Engagement, mehrere Jahre auch als BSV, wurde bereits 2005 mit der Ehrenmitgliedschaft im Landesverband honoriert.